Bürger und SIH ein starkes Team im Kampf gegen Eichenprozessionsspinner

Bildzeile: Sie sind klein, tragen feine Haare und können bei Menschen und Haustieren heftige allergische Reaktionen auslösen: die Raupen des Eichenprozessionsspinners. Foto: privat

SIH-Vorstand Axel Raue: „Resolut gegen giftige Raupen vorgehen, aber auch nicht in Hysterie verfallen“ – Wer Nester auf öffentlichen Flächen entdeckt, kann sich beim Märkischen Stadtbetrieb Iserlohn/Hemer melden.


Sie sind klein, tragen feine Haare und können bei Menschen und Haustieren heftige allergische Reaktionen auslösen: die Raupen des Eichenprozessionsspinners. In diesem Jahr hat die Population noch einmal deutlich zugenommen, was die Schädlingsbekämpfer des Märkischen Stadtbetriebs Iserlohn/Hemer (SIH) auf den Plan gerufen hat. Mehr als 20 Nester wurden bereits entfernt, Vorkehrungsmaßnahmen getroffen und Alternativmethoden getestet. Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern will der SIH die Gefahrenabwehr weiter intensivieren.


„Inzwischen bekämpfen wir vermehrt neben unseren eigentlichen Baumpflegearbeiten fast jeden Tag erfolgreich den Eichenprozessionsspinner“, berichtet SIH-Bereichsleiter Ulrich Muschiol, „von den Larven und den Nestern des Eichenprozessionsspinners geht eine Gesundheitsgefahr für Menschen und auch Haustiere aus.“ Gefährlich seien die Haare des dritten Larvenstadiums (Mai/Juni). Sie lösten nach Berührungen allergische Reaktionen aus.


Allerdings sieht SIH-Vorstand Axel Raue auch keinen Grund in Hysterie zu verfallen: „Auch wenn Eichen einen gewissen Anreiz für die Besiedlung durch die Raupen des Eichenprozessionsspinners geben – es wird nicht naturgemäß zwingend jede Eiche befallen. Deshalb und zum Erhalt der Gesundheit besonders schutzwürdiger Personen z.B. Kinder in Kindergärten und Schulen oder Senioren wird beim SIH eine Priorisierung für besonders sensible Stellen vorgenommen, die besonders frequentiert werden.“
Bei der Bekämpfung der Insekten kommen besondere Arbeitstechniken von speziell ausgebildetem und ausgerüstetem Fachpersonal zum Einsatz. Dabei weisen Raue und Muschiol auf drei Verfahrensweisen hin, die beim SIH angewendet werden:


Bei der Regulierung durch die Förderung von Antagonisten wird auf den natürlich Feind der Raupen gesetzt: so genannte Parasitoide (Insekten, die sich an oder in einem Wirt entwickeln, wobei der Wirt abstirbt, allerdings erst dann, wenn die Entwicklung des Parasitoiden gesichert ist), räuberische Käferarten (z.B. Große Puppenräuber), Raupenfliegen (Tachinidae) oder Schlupfwespen (Ichneumonidae) und Brackwespen (Braconidae) sowie Vögel (z.B. Meisen oder Kuckuck).


Der Einsatz von Fallen, zumeist werden die Raupen durch mechanische Barrieren auf ihrem Weg am Stamm entlang in ein Auffangbehältnis geleitet, dem sie nicht mehr entkommen können, hat sich ebenso bewährt wie das mechanische Entfernen der Nester. Dieser Vorgang steht ab Erreichen des dritten Larvenstadiums als einzige Lösung zur Verfügung, wobei die Nester abgesaugt werden.


„Etwa zwei Dutzend Nester wurden bereits im Iserlohner Norden auf öffentlichen Flächen erfolgreich entfernt“, berichtet Ulrich Muschiol, „Bürgerinnen und Bürger können uns jederzeit einen Befall von Raupen des Eichenprozessionsspinners melden, wir kümmern uns dann darum.“ Telefonisch ist der SIH unter 02371/217-2800 oder per Email (info@sih-online.de) erreichbar. Ein abschließender wichtiger Hinweis: Die Beseitigung von Raupen des Eichenprozessionsspinners auf Privatgrundstücken muss durch den jeweiligen Eigentümer vorgenommen bzw. in der Privatwirtschaft beauftragt werden.